Eine Auszeit vom Arbeitsalltag ganz besonderer Art gönnte sich der gebürtige Schwandorfer Andreas Schneid vom Kanuclub Schwandorf in der vergangenen Paddelsaison. 2586 Km legte der 32-Jährige in zwei Monaten auf der Donau zurück – bis zur Mündung im Schwarzen Meer.

Urlaub und Überstunden hatten dem Ausbilder von Elektronikern das Abenteuer ermöglicht. Und er war dabei nicht allein: zwei Arbeitskollegen und gute Freunde begleiteten ihn, wobei jeder aus zeitlichen Gründen nur die Hälfte der Strecke dabei sein konnte.

Ihre Motivation für dieses Unternehmen war es, einen Fluss in seiner gesamten Bandbreite zu erleben: unterschiedliche Flussverläufe, Natur und Menschen, die einem hier begegnen. Dazu bietet die Donau als zweitlängster Fluss Europas auf ihrem Weg durch zehn verschiedene Länder optimale Erkundungsperspektiven. Die Reise begann am 20. Mai 2025 in Ulm nahe dem Donau-Ursprung und endete am 29. Juli in Rumänien beim St. Georg Kanal am Schwarzen Meer. Da das Gepäck sehr begrenzt war, diente zur Übernachtung am Flussufer eine Hängematte mit Mückenschutz, der sich ab Serbien als Lebensretter erwies. Als Regenschutz wurde ein Tarp genutzt.

Gepaddelt wurden je nach Tagesplan zwischen 16 und 60 Kilometer. Nur an den Tagen, an denen Stadtbesichtigungen auf dem Programm standen, war das Pensum geringer und es wurde da auch mal in einer Pension übernachtet. Höhepunkte der Tour waren die Städte Belgrad (Serbien), Russe (Bulgarien) und Tulcea (Rumänien), die letzte Stadt vor dem Mündungsdelta ins Schwarze Meer. Hier beginnt das eindrucksvollste Paddelerlebnis: Es geht vier Tage durch das Eiserne Tor, wo der Fluss südlich der Karpaten eine eindrucksvolle Bergkulisse durchfließt. Weniger schöne Erlebnisse gab es nach den Worten von Andreas Schneid nicht wirklich. Er und seine Begleiter sahen die Aktion als Abenteuer, und so war jeder Tag ein guter Tag. Einzig der zunehmende Müll am Flussufer ab Serbien und die vielen Staustufen, allein zehn davon in Österreich, welche die Fließgeschwindigkeit stark herabsetzten und das Paddeln somit sehr mühsam werden lassen, schmälerten das Vergnügen etwas.

Zurück ging es dann mit dem Bruder des Paddlers, der die Reise zur Mündung mit dem Auto unternommen hatte.
Bericht: Lisa Klatt
Fotos: Andreas Scheid

