In diesem Jahr führte uns die 46. Frauenfahrt nach Kelheim an die Donau. Eigentlich sollte es nach Tschechien an die Eger gehen, Terminschwierigkeiten mit dem Beherbergungsbetrieb sorgen für eine Umplanung, dies erwiesen sich im Nachhinein als ein Segen. Dank der aktuellen extrem niedrigen Wasserstände hätte das Wasser auf der Eger nur zu einer Flusswanderung zu Fuß gereicht.

15 Oberpfälzer Frauen aus Schwandorf, Teublitz, Weiden und Cham trafen sich für ein Wochenende im Gasthof Frischeisen in Kelheim. Inge, Kathrin, Vera, Emmelinde und ich trafen uns bereits am Freitag Vormittag um das Paddelrevier zu testen. Die 31 km lange Kanutour führte uns von Vohburg nach Affecking. Unterwegs gab es einiges zu erleben. Das heiße Wetter lud alle Donauanwohner zum Baden und Schwimmen ein. Dennoch staunten wir nicht schlecht, als sich bei einer Gruppe Badender bestehend aus Vater, Tochter und zwei Hunden, bei Nährer Betrachtung ein Hund als Wildschwein entpuppte. Das von Hand aufgezogene zahme Wildschwein schwamm mit Ziehfamilie.
Nachmittags trafen noch die Schwandorfer Damen ein, abends waren wir mit den letzten Nachzüglern aus Weiden komplett. Nach dem Abendessen im Gasthaus suchten wir noch einen lauschigen Biergarten an der Donau auf.

Am nächsten Morgen ging es früh los, da in Vohburg ein Stadtlauf geplant war und die Donaubrücke ab 9.00 Uhr gesperrt werden sollte. Die Tagestemperaturen stiegen heute auf heiße 38°C, so wurden mehrere Badestops zwischen Vohburg und Kelheim eingelegt. Vorbei am Kloster Weltenburg begeisterte, wie immer, der Donaudurchbruch mit seiner Schönheit. Ausflugsschiffe konnten aufgrund des niedrigen Wasserstandes nicht fahren, deshalb konnten wir in Ruhe die einzigartige Landschaft genießen. Nachmittags erreichten wir nach einer 28 km langen Fahrt unser Ziel, den KC Kelheim, wo wir dankenswerter Weise unsere Boote über Nacht ablegen durften. Nach einer kurzen Erholungspause starteten wir in die Innenstadt von Kelheim um den einzig wahren Ort bei diesen Temperaturen aufzusuchen: Die Eisdiele. Von da aus zogen wir weiter in den schattigen Garten einer Pizzeria. Der Abend endete wiederum unter Kastanien im Biergarten.

Auch am Sonntag war schwitzen angesagt. Bereits um 8.30 Uhr stiegen wir am KC Kelheim in die Kajaks um unsere heutige 22 km lange Etappe zu bewältigen. Dank des extremen Niedrigwassers herrschte kaum Strömung, so war heute Muskelkraft angesagt. Ein Stück nach dem Hafen von Saal tat sich auf der rechten Seite der Teufelsfelsen auf, eine 200 m lange und 60 m hohe Felswand in massigem Riffkalk.

Bei Kapflberg machten wir einen Badestop und Ilona testete ihre selbst aufblasende Schwimmweste, die auch prompt funktionierte, wie sie sollte. Nach dieser Erfrischung war im Stau des Kraftwerks Abbach wieder etwas Anstrengung angesagt, belohnt wurde diese mit einer gemütlichen Fahrt auf dem Borstenpass am Stauwerk.

Auch nach der Staustufe gab es kaum Strömung, dafür entschädigte jedoch der Ausblick auf die malerischen Mattinger Hänge mit bis zu 50 Meter hohen Jurafelsen. In Matting wurde die Tour beendet, die Boote aufgeladen und zum Abschluss besuchten wir noch den Nahe gelegenen Biergarten Zunftstüberl und ließen die Frauenfahrt nochmals Revue passieren.
Doris Wutz
Bilder: Doris Wutz und Sabine Glab

